Unsere Flächen
Ein Acker und ein Stück Wald, beide auf trockenem, lehmigem Sand. Hier probieren wir aus, was wir in Büchern und Kursen gelernt haben.
Der Acker: 1.700 m² werden Waldgarten
Am Rand von Britz liegt unsere erste eigene Fläche, ein schmaler Streifen Acker zwischen Feld und Wiese. Hier entsteht ein Waldgarten mit Obst, Nüssen und Beeren, eingefasst von Hecken, die Wind abhalten und Vögeln Schutz geben.
Geplant sind unter anderem Persimone, Feige, Mandel, Aprikose, Pfirsich, Quitte, Birne, Apfel, Felsenbirne, Schwarze Maulbeere und Papiermaulbeere. Einige davon sind für Brandenburg mutig gewählt. Gerade das wollen wir wissen: Was hält Frost und Trockenheit hier aus, wenn Boden und Nachbarpflanzen stimmen?
Die Bäume stehen in geschwungenen Reihen. Diese Bögen folgen den Swales, flachen Gräben entlang der Höhenlinie, die Regenwasser auf der Fläche halten. Dazu weiter unten mehr.
Pläne: Sebastian Weber. Es sind Arbeitsstände, die sich mit der Pflanzung noch ändern.
Der Wald: 1,5 ha Kiefernforst
In Britz Kolonie bewirtschaften wir ein Stück Wald, wie es in Brandenburg typisch ist: vor allem Kiefern, dicht gepflanzt, wenig Unterwuchs. Solche Bestände leiden unter Trockenheit und sind anfällig für Feuer und Schädlinge.
Unser Ziel ist ein essbarer Dauerwald. Dafür haben wir eine Lichtung geschaffen. Die Schnittreste bleiben als Mulch und für den Bodenaufbau auf der Fläche. Aus Ästen entstehen Totholzhaufen und Benjeshecken, also locker aufgeschichtete Hecken aus Reisig, in denen Vögel, Igel und Insekten Unterschlupf finden.
In die Lichtung pflanzen wir große, langlebige Nussbäume und seltene Wildobstarten: Esskastanie, Pekannuss, Herznuss, Armandskiefer und Nusskiefer, Elsbeere, Speierling, Baumhasel, Weiße Maulbeere und Amerikanischen Zürgelbaum. Am Rand folgen Sträucher und Beeren.
Pläne: Sebastian Weber.
Lehmiger Sand und wenig Regen
Der Nordosten Brandenburgs gehört zu den trockeneren Regionen Deutschlands. In vielen Jahren fallen hier nur um die 500 bis 600 Millimeter Regen, und in den Sommern der letzten Jahre war es oft deutlich weniger. Unser Boden ist lehmiger Sand: Er lässt sich gut bearbeiten, hält Wasser aber nur kurz.
Deshalb ist Wasser unser wichtigstes Thema. Drei Dinge helfen uns dabei:
- Swales: flache Gräben entlang der Höhenlinie, die Regen auffangen und langsam in den Boden sickern lassen.
- Mulch: Holzhäcksel, Laub und Schnittgut bedecken den Boden und bremsen die Verdunstung.
- Humus: Jedes Prozent mehr organische Substanz hilft dem Boden, mehr Wasser zu speichern. Das geht langsam, über Jahre.
Was wir beobachten
Auf unseren Flächen gehen wir Fragen wie diesen nach:
- Wie verändern sich Humus und Bodenleben unter Mulch und Gehölzen?
- Welche Arten wachsen auf trockenem Sand gut an, welche nicht?
- Welche Pflanzengemeinschaften stützen sich gegenseitig?
- Welche Tiere und Pflanzen siedeln sich neu an?
Ergebnisse veröffentlichen wir hier, sobald es belastbare gibt. Auch Fehlschläge gehören dazu. Wenn du studierst und eine dieser Fragen in einer Abschlussarbeit untersuchen möchtest, melde dich.
Du hast Land und weißt nicht, wohin damit?
Wir suchen Acker, Wald und Wiesen, die wieder lebendig werden wollen. Ob pachten, gemeinsam bewirtschaften oder einfach erst mal reden: Schreib uns, wir melden uns.